Gegen 5 Uhr klingelte heute also schon der Wecker. Überraschend schnell kamen wir nach einer
ungemütlichen Nacht aus den Betten, alle froh und gespannt, was nun geschehen würde. Wir
frühstückten noch etwas und packten uns sicherheitshalber ein paar Brote ein.
Auf der Straße konnte man keinen Meter weit sehen. So einen dichten Nebel habe ich noch nie er-
lebt. Es dauerte einige Zeit bis wir die 15km entfernte Plantage erreichten.
Hier sahen wir bereits am Straßenrand, dass diese Arbeit alles andere als einfach sein würde.
Alle waren von oben bis unten eingepackt mit langen Sachen, Hut, Mundschutz und dicken
Handschuhen. Dabei schwitzten wir schon in unseren langen Sachen in den morgendlichen
Stunden. Die Luft war nass und warm und das was man trug war schon nach wenigen Minuten
klamm und irgendwie durchgeschwitzt.
Die meisten Arbeiter kamen in großen Schüben mit Bussen und waren Inder. Das Bild erinnerte
uns sehr an den Schulunterricht wo wir viel von Globalisation und Ausbeutung gesprochen hatten.
Nach den ersten Gesprächen stand fest, dass die meisten Arbeiter illegal da sind um das ganze
Jahr über auf Feldern Geld zu verdienen. Im Nebel sah alles noch erbärmlicher aus als es bereits
war. Es kamen immer mehr Busse bis die Straße mit fast 50 Personen gefüllt war.
Wir mussten uns auf einer Liste eintragen und erhielten daraufhin Stäbchen mit Nummern.
Als wir eine Deutsche hörten, sprachen wir sie auf die Arbeitsumstände und Bezahlung an.
Ihre Antwort offenbarte den ganzen Schrecken. Pro Korb erhält man glatte 2!!!!!!!!!! Dollar also mit
Steuerabzügen vielleicht 1,70 $. Ein absoluter Witz.
Sie berichtete dass sie so in 8 Stunden 15 Körbe schafft. Das wären dann 8 Stunden Arbeit mit
knapp 20$ verdienst.
Als wir hörten, dass die Arbeiter, die schon länger da sind zwischen 40-70 Körben am Tag
schaffen, dachten wir, dass man es ja mal versuchen könne.
Ich muss an dieser Stelle sagen, dass diese ersten Stunden auf dem Feld das anstrengenste
war, was ich je in meinem Leben getan habe. Unsere Hände waren taub, schmutzig und offen
von den gespritzten Pestiziden. Der Boden war schlammig und man musste die ganze Zeit
in gebückter Haltung sich vor arbeiten.
Gegen 12 Uhr d.h. nach 5 Stunden hatten wir alle zusammen ca. 30 Körbe gesammelt
und sahen aus .. dafür fällt mir bis jetzt keine Beschreibung ein! Wir waren durch und durch geschwitzt,
klagten über Rückenschmerzen und Durst. Ich hatte innerhalb von 4 Stunden 4 Liter getrunken. Noch
dazu kam, dass die Sonne, die morgens am schlimmsten ist, heute so stark schien wie nie. Wir hatten
um 9 Uhr schon 28 Grad.
(ich erinnere: wir waren von Hervey Bay abgereist um uns Arbeit zu suchen, da schlechtes Wetter für
die kommenden Tage angesagt war)
Es gab weder etwas zu Trinken, noch etwas um sich die Hände zu waschen und ein Dixi Klo, das 1km
entfernt war.
Steve, der Chef der Truppe, die allen Anschein nach noch mit Drogen zu tun hat, schickte uns mit den
anderen weiter zu einem anderen Feld. Wir mussten mit unserem eigenen Auto 48 km ins nächste
Dorf fahren zu der nächsten Plantage. Hier brachen wir an Ort und Stelle ab.
Diese Ausbeuterei und auf gut deutsch "Verarschung" wollten wir nicht länger mitmachen. Wir hinter-
ließen alles wir hatten und fuhren auf direkten Wege in unser Häuschen Duschen. So viel
Schmutz hatte ich nicht einmal nach der einen Woche Outdoor-Camp an meinem Körper. Bis
jetzt sind unsere Hände gelb-braun und unsere Nägel gleichen die eines Kettenrauchers.
Wir waren so erledigt, dass wir nur noch kurz einkaufen gingen, kochten und dann ins Bett fiehlen.
Schon jetzt habe ich Muskelkater in den Oberschenkeln vom auf dem Boden rumkriechen.
Wir geben aber die Hoffnung auf Arbeit nicht auf :D
Felder kommen für uns nicht mehr in Frage. Bei den Temperaturen halten wir das nicht in der Sonne aus!
Wir werden es nun die Tage mal in Rockhampton versuchen.
habe ja immer gesagt geht lieber kängeruh jagen!!!übrigens die kneipe wo wir zu deinem geburtstag etwas trinken waren hat gebrannt aber bis du zurück bist gibt es wieder whisky!!! ;) ;)
AntwortenLöschen