Dienstag, 23. November 2010

Sydney.. die teuerste Stadt der Welt und meine bevorzugte Heimatstadt.

Nun sind wir seit dem 14.11.wieder in Sydney beim Jan um uns neu zu ordnen und organisieren.
Dabei haben wir in den letzten Tag viele Höhen und Tiefen gehabt und es hatten sich unter
anderen wieder Probleme ergeben, mit denen man vorher nicht gerechnet hatten.
Zunächst hatten wir schon seit einiger Zeit geplant unseren Rückflug eher an zu treten und
ungefähr einen Monat früher zu Hause zu erscheinen. Nach einem Anruf im Reisebüro be-
kamen wir die erste ernüchterne Nachricht. Im Dezember und Januar gibt es von Emirates
keine Flüge mehr nach Dubai, was wiederum für uns bedeutet, dass wir zwischen Mitte
Dezember und Ende Januar keinen Plan haben was wir machen sollen und wo wir vor allen
Dingen unterkommen, da natürlich über Weihnachten und Silvester in Sydney alles aus-
gebucht bzw es so teuer ist, dass man sich fast in der Preisklasse des Hiltons oder
anderen großen Hotels befindet.
Hinzu kommt, dass wir unser Auto verkaufen wollen. Dafür druckten wir ein paar Flyer
und hängten diese in den Straßen auf. Probleme bereitete uns hier aber das Internet, denn
aus irgendwelchen Gründen sollte unser Angebot nicht ins Netz gestellt werden.
Nach ungefähr einer Woche meldete sich dann schließlich jemand um sich unseren guten
Falcon an zu schauen. Früh am morgen mussten wir also noch schnell los ziehen und es
putzen (so weit es möglich war). Dabei habe ich nicht gewusst, dass das Putzen eines
Autos zu einem so hohen Adrenalinkick führen kann u.a. dachte ich in der Waschanlage
zu ertrinken. Mittlerweile ist die gute Karre aber verkauft und wir haben eine Sorge weniger!
Ein Besuch bei Max Brenner wurde zu einer anderen spannenden Angelegenheit.
Das Schokoladenrestaurant hatte uns mal wieder so beeindruckt mit seinen Köstlichkeiten,
dass Nadine und ich mal nicht genug bekommen konnten. Da Nadine aber über
kein Bargeld mehr verfügte, suchte sie einen Automaten in einer Seitengasse auf. Während-
dessen wartete ich draußen nichts ahnend... Nach ungefähr einer halben Stunde kam sie
schließlich raus und meinte nur: "Meine Karte wurde gefressen."
Sie war fast 20 Minuten noch stehen geblieben in der Hoffnung, dass die Karte rauskommen
würde und mit der Angst, dass wenn sie weg gehen würde jemand anderes diese nehmen
könnte. Soo. das war genau um 16:05 Uhr und das Tolle dadran war, dass alle Banken
in Australien um 16 Uhr zu machen.
Jetzt wird ihr eine neue Karte geschickt, allerdings zum Jan. Nur leider verlassen wir in 3 Tagen
die Stadt und sie kann diese erst  in 3 Wochen abholen.
Ein anderer "toller" Zwischenfall passierte uns nachts, als ich schon fast tief und fest schlief,
aber leider nur fast. Da ich mittlerweile Nadines Ersatzmama bin und sie meine, hörte ich nur:
"Lisa?! Mir ist was schreckliches passiert..". Nach weiteren 1000 Flüchen rappelte ich mich
schließlich auf und sah das Unheil. Irgendwie hatten wir es fertig bekommen früh um 2 Uhr
den Wasserhahn-Hebel für "Kalt" kaputt zu machen.
Also nahmen wir ungefähr 1 Stunde das halbe Sanitärsystem auseinander, weil das Wasser
ununterbrochen lief. Ich drehte an allen Hebeln und Knöpfen,die ich finden konnte um 
das Wasser ab zu stellen. Gegen 3 Uhr kam Jan dann irgendwie mehr oder weniger freiwillig
ins Bad und regelte das Ganze.
Naja.. am nächsten Morgen gab es nochmal eine klare Ansage, da ich es irgendwie geschafft
hatte die Waschmaschine lahm zu legen durch mein Rütteln und Drehen überall. Jetzt haben
wir erstmal schön nur heißes Wasser. Wäre an sich klasse, wenn hier die
Temperaturen nicht immer über 25 Grad liegen würden :S
Viele andere lustige und problematische Geschichten durchlebten wir in diesen 2 Wochen...
u.a. habe ich mein Wochenticket für die Sydneybahn verloren, haben wir die Couch mit Schoko-
lade voll geschmiert, sind mit dem Bus auf dem nach Hause weg vom Strand stecken
geblieben, haben den Boden kaputt gemacht mit einer Weinflasche.. Also in Sachen
Tollpatschigkeit haben wir uns zwar nicht verändert, aber wir wissen jetzt wie man ein Auto
verkauft und dass das Mieten von Autos wiederum in Australien äußerst anstrengend
werden kann ;-) ich bin gespannt auf die letzten 3 Tage

Hunter Vallay und Blue Mountains. Endlich mal Abwechslung ;)

Endlich mal gab es etwas neues zu entdecken in Australien. Statt Strand, Meer, Pool und
Sonne fuhren wir ins Hunter Valley um Wein zu trinken. Das Weinanbaugebiet erstreckt
sich hier so weit, dass man an einigen verschiedenen Weintouren teilnehmen kann.
Es stand deshalb außer Frage, dass wir natürlich auch an solch einer Tour teilnehmen.
Nach einer hektischen Fahrt ging es direkt um 10 Uhr morgens los. Wir fuhren insgesamt
zu 5 Weingütern, 1 Schokoladen- und 1 Weinherstellungsstätte. Bereits um 12 Uhr waren
wir von den verschiedenen Sorten und Verkostungen so voll, dass uns im Bus übel wurde,
der uns von einem Gut zum anderen transportierte.
Es wurde zu einem lustigen Tag und ich kann mit Stolz behaupten, dass ich jetzt aller
Hand Weinsorten mehr kenne und am Geruch und Geschmack unterscheiden kann ;)
.. etwas sehr Lebensnotwendiges!
Trotz der tausend Verkostungen und dem vielen Wein war paradoxerweise noch ein an-
schließender Besuch in einem Biergarten in dem Preis der Tour enthalten .. und ich
muss gestehen: Das erste mal seit ich in Australien bin hatte ich echt keine Lust mehr
auf Bier oder überhaupt Alkohol. Gegen 5 Uhr hatten wir bereits einen Kater und uns
war brechübel. Nadine und ich gingen noch in die Hostelsauna, die wir irgendwann
spät abends entdeckten und schliefen dann schnell in unserem Bettchen ein.
Am kommenden Tag fuhren wir weiter ins landesinnere zu den Blue Mountains, was ein
absolutes Highlight in NSW sein muss. Nach einer holprigen Fahrt durch die Berge
gelangten wir in ein süßes kleines Dörfchen nicht weit entfernt von den "three sisters".
Am selben Abend wollten wir unbedingt den Sonnenuntergang dort sehen. Also
machten wir uns eine Stunde vorher auf den Weg. Die Frau an der Rezeption
meinte, es wäre nur ein Weg von 15 Minuten.
Nach ca. 30 Minuten hielten wir schweiß gebadet an. Das ständige auf und ab von den
Bergen hatte uns angestrengt und irgendwie sah es um uns ganz anders aus
als wir erwartet hatten. An einer Kreuzung fragten wir schließlich nach ob wir
die korrekte Richtung eingeschlagen hatten.
Bereits beim Blick auf die Karte konnten wir sehen, dass wir komplett in die entgegen-
gesetzte Richtung die ganze Zeit gelaufen waren und nun doppelt so viel Weg zurück-
zu legen hatten. Ungefähr 30 Minuten rannten wir also nochmal das ganze Stück
zurück und kamen genau am Aussichtspunkt an als alles vorbei war und die Sonne
gerade hinter den Bergen unterging x(
Zum Glück hatten wir am zweiten Abend nochmal die Chance den Sonnenuntergang
zu sehen und liefen diesmal rechtzeitig und in die richtige Richtung los.
Am folgenden Tag starteten wir morgens schließlich unsere 5 stündige Wanderung
durch die Berge und den Urwald. Dabei kamen wir zunächst an den 900 Stufen vorbei,
die uns in einem 90 Grad Winkel an den drei Geschwistern vorbeiführte.
Unterwegs sahen wir ansonsten noch ein paar Wasserfälle und hatten teilweise
wunderschöne Ausblicke auf das "blaube" Gebirge.
Wir hatten ein wunderschönes Abschiedswochenende in den Bergen, denn
Tatjana und Carina sollten nach unserem letzten Trip wieder nach Hause fliegen.
 

Sonntag, 21. November 2010

Von Byron Bay steuerten wir Coffs Harbour an, einer von jenen Orten die wir auf der Hinfahrt
übersprungen hatten da wir davon ausgegangen waren dort nicht viel zu verpassen.
Das Hostel und die Umgebung gefiel uns dann doch auf Anhieb ziemlich gut. Obwohl
wir das Auto brauchten um überall hin zu kommen, waren wir hier zu nichts zu faul und erkundeten
seit langem mal wieder eine neue Umgebung.
Leider gab es nichts was wir nicht schon von den anderen Orten kannten: Natürlich einen
wunderschönen einsamen Strand, ein Küstenweg für Spaziergänge und ein Einkaufszentrum.
Das einzige was mich hier beeindruckte, war, dass man in Coffs Harbour ganz deutlich sehen
konnte wie das Süßwasser (in Australien) zurück geht. Viele Wasserwege bzw Flüsse waren
komplett ausgetrocknet und man konnte zu Fuß unter die zahlreichen Brücken durchlaufen.

Unsere nächste Station hieß Port Stephans, unser absolutes Lieblingsplätzchen von der
Ostküstentour. Im Hostel hatten wir mal wieder einen Glücksgriff: Da alles ausgebucht war,
bekamen wir ein Familienzimmer für den Preis von einem Mehrbettenzimmer d.h. ein
Doppelbett, ein Doppelstockbett, eigener Kühlschrank und TV. Richtiger Luxus :-) den wir
direkt ausnutzen mussten.
Das Hostel befand sich nur leider mitten im Dschungel und man konnte abends keinen
Schritt vor die Tür setzen ohne eine Horde Mücken und andere stechende oder
beißende Insekten am Körper zu haben. Was wir alles für sonderbare Stiche hatten, will
ich hier lieber nicht erläutern. Ich sah im Gesicht aus als hätte ich Windpocken.
Die Abende verbrachten wir also damit auf die 5 cm x 5 cm kleine Scheibe des Fernsehrs
zu starren und schlechtes australisches Programm uns an zu tuen. Wir hatten,an der
Zahl, 3 Kanäle, was wohl an der Abgelegenheit der Unterkunft lag.
Einen Tag nahmen wir noch am "Sand boarding" teil. Port Stephans bzw Nelson Bay verfügt
über die größten Sanddünen Australiens und bietet sich daher an für solch eine Aktivität.
Man kann sich Sandboarding wie Snowboarding nur eben auf Sand vorstellen. Ein anderer Unterschied ist, dass man, nachdem man den Berg runtergeschlittert ist, alleine wieder hochlaufen muss. Nach ungefähr 4 mal runterfahren, war ich so kaputt, dass ich erstmal eine Pause machen musste.
 
 
Insgesamt gibt es über die ersten Novemberwochen nicht viel zu berichten da wir erstmals
gesundheitlich alle etwas angeschlagen waren. Magendarm, Erkältung durch die Klima-
anlagen, Bauchschmerzen.. irgendwie hatte es uns alle erwischt und die Kräfte hatten
uns mit der Zeit etwas verlassen. Nun ist aber alles wieder gut - keine Sorge :)
 

Speckknödel, Wienerschnitzel & Co

Bevor wir nach Byron Bay gefahren waren, machten wir noch einen Stop in Brisbane wo es
uns bereits auf der Hinfahrt so gut gefallen hatte. Nadine und ich waren sofort wieder begei-
stert von der Atmosphere der Stadt, im Gegensatz zu Tatjana und Karina, die die meiste
Zeit vom Wochenende in unserem Hostel verbrachten.
Die beiden kamen erst wieder ans Tageslicht als sie im Internet entdeckten, dass es ganz in
der Nähe von Brisbane ein österreicherisches Restaurant gibt. So fuhren wir eines Abends
dorthin zum Essen. Es schmeckte uns so gut dort dass wir (ungelogen) die ganze
Karte einmal bestellten und es uns richtig gut ergingen ließen. Das absolute Highlight der letzten Wochen !!
Da es mittlerweile zur Normalität wird, dass uns in jedem Ort ein Missgeschick widerfährt,
war auch in Brisbane ein neues Manöver entstanden.
Nachdem Nadine und ich uns früh aus dem Zimmer geschlichen hatten um zum Friseur zu
gehen, wachten die beiden erst gegen Mittag auf. Karina hatte sich daraufhin fertig gemacht
und war uns in die Stadt gefolgt. Tatjana hingegen zog es vor im Hostel zu bleiben allerdings
ohne Schlüsselkarte. Als wir also gegen 16 Uhr nach Hause kamen, war sie bereits mehrere
Stunden einfach nur durch das Hostel geirrt ohne die Möglichkeit gehabt zu haben auf die
Toilette zu gehen oder andere Aufenthaltsräume auf zu suchen.

Sonntag, 14. November 2010

Byron Bay - wo alles begann..

Zunächst hatten wir geplant Shaun´s Haus am Mittwoch bereits zu verlassen. Doch nach
einer langen Partynacht beschlossen wir am Morgen noch eine Nacht länger zu bleiben.
Dafür halfen wir um so mehr beim Hausputz. Seine Eltern sollten am Donnerstag Abend
zurück kommen und der gegenwärtige Anblick des Hauses wäre alles andere als
erfreulich für diese gewesen.
Pünktlich am Vormittag verließen wir unser neu gewonnenes "zu Hause"
um weiter zu reisen nach Byron Bay, der Ort wo wir Tatjana und Carina das erste mal
getroffen bzw kennen gelernt hatten.
Da es uns hier beim letzten mal so gut gefallen hatte, wollten wir direkt eine ganze
Woche bleiben. Dabei hat man im kleinen Byron Bay alles, was man braucht direkt
vor der Haustür: Strand, Supermarkt und eine Geschäftsstraße, nahe
gelegende Diskos und Pubs :-) quasi all inclusive!!
Leider sollte nur genau in dieser Woche mal wieder das Wetter nicht mitspielen. An einem
einzigen Tag schien die Sonne.. und dann auch nicht zu knapp. Nach 3 Stunden am Strand
hatte ich den stärksten Sonnenbrand (meines Lebens). Ich musste echt Verbrennungen
10. Grades gehabt haben, als ich abends in meinem Bett lag und mir einfach nur elendig heiss
war. Aber es war meine eigene Schuld gewesen, da ich vergessen hatte mich ein zu cremen.
Nach ungefähr 3 Tagen fing schließlich die Haut sich nur!! um meinen Mund herum zu
pellen so dass ich am Ende aussah wie ein Clown :-O
Ansonsten hatten wir durch den Regen und dem Wind mal wieder genügend Zeit über unser
Leben zu philosophieren und genüsslich uns voll zu fressen.
Einen Tag fuhren wir ins 30 km entfernte Nimbin um uns etwas um zu gucken. Dabei dauerte
der Weg dorthin länger als unser gesamter Aufenthalt, da es wider erwarten nicht viel zu sehen gab.
Nachdem wir am Dienstag einige negative Erfahrungen mit den Aboriginies machen mussten,
verlief die Woche insgesamt eher ruhig. Eigentlich hatten wir geplant in Byron Bay mal wieder
ordentlich feiern zu gehen, doch durch jenen Vorfall fiel dies ins Wasser.
Dafür verbrachten wir abends viel Zeit im Hostel mit anderen Leuten.